Mallorca: Hunde auf der Insel

 

Stadtschild Hunde verboten

Mallorca: Mit dem Hund auf der Insel

Das wäre was … ein Leben auf der Ferieninsel Mallorca. 300 Tage Sonne im Jahr. Die Traumwohnung, das Meer, der Strand. Ein kühles Getränk in der Hand, ein Lächeln auf dem Gesicht. Genuss pur mit Blick über das glitzernde Meer oder die erhabenen Berge. Immer an Ihrer Seite: Ihr geliebter Hund. Seufz.

 

 

 

 

Was ist falsch an diesem Bild?

Na, der Hund! Der muss auf Mallorca nämlich häufiger als man denkt zuhause bleiben!

 

Westies am Strand

Hunde auf Mallorca

Traurig, aber wahr: In den meisten von Einheimischen geführten Bars, Cafés und Restaurants sind Hunde nicht erlaubt. Eigentlich putzig, wo doch jeder dritte Mallorquiner einen oder mehrere Vierbeiner hat. Dennoch ist das Verhältnis zum Haustier ein anderes. Statt als Familienmitglied sind Hunde hier häufig nur ein Statussymbol. So gehört es beispielsweise zum guten Ton, einen „Ratero mallorquin“ – eine Miniversion eines Dobermanns – zu besitzen. Auch der stolze „Galgo Espanol“ wird gerne gehalten. Vorzugsweise als Jagdhund. Will das arme Tier nicht mehr jagen oder hat gar keinen Jagdinstinkt, endet die Geschichte für den Hund häufig tragisch. Oder wird der quirlige Ratero zu nervig, bringt man ihn im besten Fall zum Tierheim und kettet ihn an die Tür.

Natürlich gilt das nicht für alle Mallorquiner! Es gibt auch viele Tierfreunde hier auf der schönsten Insel der Welt. Doch wo man sonst so lässig und entspannt durch´s Leben geht, wird man beim Thema Hund häufig sehr streng.

 

Der Hund bleibt zu Hause

Man könnte gar den Eindruck gewinnen, Hunde seien per se überall dort verboten, wo es Essen gibt. Doch weit gefehlt: Im spanischen Gesetzbuch findet sich keine Regelung, die Tiere in Bars oder Restaurants verbietet. Auch wenn viele Wirte das behaupten! Die Entscheidung liegt ganz und gar beim Inhaber. Je nach Größe und Rasse des Hundes sind die Mitarbeiter und Betreiber zum Teil wenig begeistert, jagen einen sogar von der Terrasse wieder weg.

Doch es gibt Hoffnung: Gerade die ausländischen Gastronomen sind deutlich offener. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein deutscher, englischer oder schwedischer Eigentümer Sie mit Ihrem geliebten Fiffi reinlässt, ist um ein vielfaches höher, als da, wo es die landestypischen Tapas und Frito mallorquin zu futtern gibt.

 

 

Strandschild Hunde verboten

Richtig kritisch wird es beim Thema Hund und Strand.

Während sich viele Hunde gerade bei der Hitze im Sommer liebend gerne am Strand eine Abkühlung gönnen würden, ist die Gesetzgebung in diesem Punkt (leider immer noch) gnadenlos. Laut Gesetz sind Hunde auf Mallorca, außer an den wenigen speziell ausgeschriebenen Hundestränden, ganzjährig am Strand verboten. Fast überall erinnern Verbotstafeln daran, dass in den Gemeinden (die haben die Entscheidungsgewalt bei diesem Thema) wenige Menschen mit einem Herz für Tiere sitzen. Die Strafen sind mit bis zu 1500 Euro wirklich heftig.

Seit 2013 gibt es aber ein paar wenige Ausnahmen: In der Gemeinde Arta sind die Küstenbereiche vom 1. Oktober bis 30. April für Tiere freigegeben. Auch in Andratx, Pollença, Alcudia und Capdepera ist der Spaziergang mit dem besten Freund des Menschen vom 1. November bis 31. März erlaubt. Die Strände in Muro sind vom 1. November bis 28. Februar für Hunde freigegeben.

 

Die offiziellen Hundestrände

Jedes Jahr kämpfen engagierte Hundebesitzer bei den Gemeinden für mehr Freiheit, doch bisher bleibt es bei wenigen Ausnahmen. Von den wunderbaren 208 Stränden und Buchten auf Mallorca sind sagenhafte vier (!) offizielle Hundestrände. Welche das sind, verraten wir Ihnen gerne. Na, die hier:

Cala Blanca in der Gemeinde Andratx
Es Carnatge zwischen Palma und Can Pastilla
Tramo de Llenarie-Strand in Pollença
Na Patana in der Gemeinde Santa Margalida

Doch beim Thema Strand ist nicht Schluss mit den „Problemen“ in Sachen Hund. Denn wenn ich zu einem der Hundestrände will – wie mach ich das?

 

Transport ohne eigenes Auto – auch schwierig

Auch Taxi oder Bus fahren ist alles andere als einfach. Wenngleich es Taxifahrer gibt, die Hunde meist murrend akzeptieren, muss man sein eigenes Geschirr zur Befestigung im Taxi mitbringen. Bzw. je nach Größe eine Box oder Tasche dabei haben. Ein Anruf im Vorhinein empfiehlt sich! Und wenn es regnet und Ihr Hund nass geworden ist – dann können Sie davon ausgehen: Es nimmt Sie NIEMAND mit.

In Überlandbussen und in den meisten innerstädtischen Linien sind Hunde auch nicht erlaubt. Nur die Stadt Palma hat für einige wenige EMT-Buslinien das Hundeverbot aufgehoben. Trotzdem braucht man entweder eine geschlossene Box oder Tasche oder für größere Hunde einen Maulkorb.

 

 

Hund schaut aus einer TascheAn– und Abreise mit Hund

So gerne wir Ihnen etwas anderes erzählen würden, aber noch schlimmer sind die Regelungen für Fähren: Da müssen alle Hunde die komplette Überfahrt in ihren Spezialboxen bleiben und dürfen sich nicht einmal an der Leine und mit Maulkorb die Beine vertreten. Das heißt im Klartext: 8 Stunden Einzelhaft.

 

 

Mit dem Flugzeug können Sie Ihren Hund bei ausgewählten Airlines auch mitnehmen (z.B. Airberlin, Germanwings, Lufthansa). Meist gilt das bis 6 bzw. 8 kg inklusive Tasche, dann darf der Hund mit in die Kabine. Alles darüber fliegt im Flugzeugbauch mit. Auch das bedeutet für das Tier 2 bis 2 ½ Stunden Kiste. Je nachdem wie gut Sie Ihren Hund auf den Aufenthalt in der Tasche oder Kiste vorbereitet haben, ist das für die Tiere im Allgemeinen kein Problem.

Die Preise liegen zwischen 80 und 400 Euro für Hin- und Rückflugticket Ihres Hundes, je nach Größe und Fluggesellschaft. Außerdem ist die Anzahl der Haustiere pro Flug begrenzt.

 

Ist Mallorca mit Hund überhaupt möglich?

Zurück zur Vision von der wunderbaren Insel Mallorca vom Anfang dieses Beitrags: Dem schillernden Wasser und dem geliebten Hund an Ihrer Seite. Möglich ist das auf Mallorca (zumindest im Moment) nur, wenn Sie

a) ein Haus mit Blick auf´s Meer haben.
b) Ihren Hund an der Leine an einer Strandpromenade entlang führen

oder

c) träumen.

 

Pssst… Bei Punkt  a) könnten wir helfen   wink